Freitag, 25. Juni 2010
Mittsommer
Themen: Finnland
Gerade eben habe ich ja Mittsommer erwähnt. Das ist einer der allerliebsten Lieblingsfeiertage der Finnen; ein langes Wochenende, an dem alle feiern (vorzugsweise irgendwo im Grünen und mit viel Alkohol und einem zünftigen Grillfest) und das für viele Leute auch die Sommerferien einläutet.

Wikipedia hat einen ganz guten Überblick über das Mittsommerfest in Skandinavien. Unter anderem steht da auch einiges über Mittsommer in Finnland.

Heute und am Wochenende sind viele Busse und Straßenbahnen mit Birkenzweigen geschmückt. Also die paar Busse und Bahnen, die heute und am Wochenende fahren. Wie schon im letzten Eintrag angedeutet, werden an diesem Wochenende in Finnland ja die Bürgersteige hochgeklappt und (fast) nichts geht mehr, weil alle am Feiern sind, auch die Busfahrer...

Die Mittsommerfeuer, die man auf einigen der Fotos in der Wikipedia sieht, werden heute nacht im ganzen Land brennen. Manche Schiffahrtslinien bieten in dieser Nacht besondere „Mittsommerfeuer-Fahrten“ an; irgendwann am Nachmittag schicken sie Leute an der Küste entlang, um nachzusehen, wo es die meisten und größten Scheiterhaufen gibt, und in die Richtung fährt man dann am Abend die Touristen zum Mittsommerfeuer-Gucken. So etwas habe ich vor vielen Jahren mal mit meiner Mutter zusammen gemacht... Die Stunden auf dem Schiff waren schön (schönes altes Schiffchen mit nettem Ambiente, an Bord gab es leckeren Cidre und Törtchen und draußen am Ufer schöne Mittsommerfeuer) – aber am interessantesten war die Heimfahrt kurz nach Mitternacht. Den letzten Vorortzug (den um Mitternacht) hatten wir um wenige Minuten verpaßt, also mußten wir mit dem Taxi fahren, und ich muß schon sagen: mitten in der Nacht direkt nach Norden zu fahren und dabei direkt auf die untergehende/aufgehende Sonne zu ist ein ganz besonderes Erlebnis. Vor allem in einem Fahrzeug, wo man (anders als bei einem Vorortzug) vorne (also in diesem Falle nach Norden) rausgucken kann. :-)

Der Bergwolf (auf finnisch nennt er sich „Tunturisusi“) hat auf seinen Mittsommerseiten unter anderem ein paar beeindruckende Fotos von Mittsommerfeuern. Der Text ist komplett auf finnisch, aber für die Bilder braucht man ja zum Glück keine Fremdsprachkenntnisse...

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ManFrau hat’s nicht leicht
Themen: Vermischtes
Aus gegebenem Anlaß kommen jetzt zwei Links auf Comics zum Thema „Menstruationsbeschwerden“: Beide gehören zum Online-Comic SinFest von Tatsuya Ishida. Beim Lesen lohnt es sich übrigens, die Zeile über dem Namen des Autors (immer oben rechts) anzusehen; da steht nämlich jedesmal etwas anderes. Manchmal etwas, was mit dem aktuellen Comic zusammenhängt, manchmal etwas anderes mehr oder weniger Witziges und/oder Skurriles.

Aber zurück zum Thema: Ja, ich habe meine Tage. Nein, ich bin nicht gut gelaunt. Dabei kann ich mich noch glücklich schätzen, daß ich nicht, wie das Mädchen im Comic, schon während der PMS-Phase Bauchkrämpfe kriege... Andererseits kriege ich während der PMS-Phase typischerweise Panikattacken, das ist auch nicht sonderlich lustig. Und in der Phase, wo ich dann die Bauchkrämpfe kriege – das war gestern im Laufe des Vormittags –, habe ich auch keine so tolle Schmerztablette wie in dem Comic, aber immerhin eine, die einigermaßen wirkt. Ich <Herzchen> mein Ketoprofen... während das letzte Bild im zweiten Comic eher nach einer mittelgroßen Dosis Benzodiazepin aussieht. ;-) Oder zumindest wurde ich durch die Einnahme eines Schmerzmittels noch nie euphorisch, egal, wie stark die Schmerzen vorher waren. (Das erste Bild im zweiten Comic trifft’s ziemlich gut.)

<seufz> Aber daß das ausgerechnet jetzt, unmittelbar vor Mittsommer, passiert... An Mittsommer (der offizielle finnische Mittsommertag ist übrigens nicht der tatsächliche Sonnwendtag, sondern der dem 23. Juni am nächsten liegende Samstag, also dieses Jahr der 26. Juni) werden hier in Finnland nämlich die Bürgersteige hochgeklappt und nichts geht mehr, weil alle aufs Land rausfahren, um zu feiern und Bötchen zu fahren und zu grillen und zu saunen und im Meer oder irgendwelchen Seen zu schwimmen und sich zuzusaufen. Und zwar die ganze Nacht lang, weil es ja um diese Jahreszeit selbst hier im Süden nicht richtig dunkel wird. (Weiter im Norden gibt es jetzt tatsächlich rund um die Uhr so etwas Ähnliches wie Tageslicht.) Der Mittsommertag ist der einzige Tag im Jahr, wo die Flagge über Nacht gehißt bleiben darf; an allen anderen Feiertagen wird sie abends um neun (oder wenn es dunkel wird, je nachdem, was davon früher ist) wieder eingeholt.

Das alles ist zwar schön und gut, vor allem für die Leute, die jetzt in irgendeinem Holzhäuschen an einem der zahlreichen Seen sitzen mit einer Bierflasche in der einen und einer Grillzange in der anderen Hand, aber ich, die ich seit Jahr und Tag meine Wochenplanung darauf ausrichte, daß samstagmorgens der Wocheneinkauf erledigt wird, komme um diese Jahreszeit immer etwas aus dem Gleichgewicht. Am Samstag sind die Läden nämlich geschlossen. Und nicht nur die Läden; auch alles andere (außer Polizei, Feuerwehr und Krankenhäusern, hoffe ich mal). Und am Vortag (Freitag, also heute) sind die meisten Geschäfte ebenfalls gar nicht oder nur kurz (vormittags) geöffnet. Das ist also auch kein guter Tag zum Einkaufen: die Geschäfte haben nur wenige Stunden auf, das halbe Land erinnert sich plötzlich, daß man für das lange Wochenende noch gar nichts eingekauft hat, logische Folge: Gedränge in den Geschäften und lange Schlangen an der Kasse.

Das wollte ich mir natürlich nicht unbedingt antun, vor allem, weil ich gestern nicht abschätzen konnte, ob es mir heute besser oder schlechter gehen würde. Also schleppte ich mich halt mit Bauchschmerzen zum nächsten Supermarkt (einen halben Kilometer hin, einen halben Kilometer zurück, ich Heldin) und kaufte ein paar Sachen ein: Brot, Milch, eine Tiefkühlpizza und etwas zu trinken. Jetzt habe ich vor, am Montag oder Dienstag noch so einen „Halb-Wocheneinkauf“ zu erledigen, das ergibt in der Summe dann einen „richtigen“. Alles auf einmal erledigen konnte ich gestern nicht; nicht wegen der Bauchschmerzen, sondern weil ein Teil der Sachen, die ich normalerweise so kaufe, sich nur ungefähr eine Woche lang hält und ich nicht riskieren will, daß mir in dieser „9-Tage-Woche“ etwas am Mittwoch verdirbt, was ich am Donnerstag oder Freitag noch hatte essen wollen...

Immerhin habe ich jetzt frisches Brot und eine neue Sorte Tee zu Hause, und da sieht die Welt doch schon gleich wieder freundlicher aus. Bauchschmerzen hin oder her. Die gehen auch noch weg. :-)

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